Ausgaben teilen kann jede App. Splid, Tricount, GoodShare - alle drei rechnen zuverlässig ab, wer wem was schuldet. Doch sobald man nicht nur Kosten aufteilen, sondern auch langfristig budgetieren will, trennt sich die Spreu vom Weizen. WGs mit Monatsbudget, Paare mit Sparzielen, Reisegruppen mit Belegchaos: Jede Konstellation stellt andere Anforderungen an die passende App. Dieser Dreifach-Vergleich zeigt ehrlich, wo jede App glänzt, wo sie schwächelt und welche Lösung zu deiner Situation passt. Denn die "beste" App gibt es nicht - nur die richtige für dich.
Splid ist perfekt für einfaches Teilen ohne Account - kostenlos und werbefrei. Tricount bietet OCR-Scanner und Web-App für internationale Reisegruppen. GoodShare kombiniert Ausgaben teilen MIT Budget-Tracking - ideal für WGs und Paare, die nicht nur abrechnen, sondern langfristig planen wollen.
Dreifach-Vergleich: Alle Features auf einen Blick
Bevor wir ins Detail gehen, hier der komplette Feature-Vergleich aller drei Apps. Die Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Funktionen wo verfügbar sind.
| Feature | GoodShare | Splid | Tricount |
|---|---|---|---|
| Ausgaben teilen | ✓ | ✓ | ✓ |
| Budget-Tracking | ✓ | ✗ | ✗ |
| Belegscanner | ✓ KI | ✗ | ✓ OCR |
| Echtzeit-Sync | ✓ | Optional | ✓ |
| Offline-Modus | ✓ Lokal | ✓ Kernfeature | ✓ |
| Multi-Währung | ✓ | ✓ 150+ | ✓ |
| Statistiken | ✓ Detailliert | ✗ | Eingestellt |
| Web-App | ✗ | ✓ | ✓ |
| Konto nötig | Ja (Online) | Nein | Nein |
| Kategorien | ✓ Anpassbar | ✗ | Begrenzt |
| Werbung | Keine | Keine | Ja (bunq) |
| Sankey Cash Flow | ✓ | ✗ | ✗ |
| Herkunft | Deutschland | Deutschland | Belgien (bunq) |
Die Tabelle zeigt: Alle drei Apps decken die Basisfunktion - Ausgaben teilen - solide ab. Die Unterschiede liegen im Detail. Schauen wir uns jede App einzeln an.
Splid: Die einfache deutsche Splitting-App
Splid ist das Schweizer Taschenmesser unter den Splitting-Apps - im besten Sinne. Keine Registrierung, kein Onboarding, kein Schnickschnack. App öffnen, Gruppe erstellen, Ausgaben eintragen. Fertig. Die App kommt aus Deutschland und hat sich durch ihre radikale Einfachheit eine treue Nutzerbasis aufgebaut.
Das Besondere an Splid: Die App funktioniert komplett offline. Man kann eine Gruppe rein lokal auf dem Gerät führen - ohne Internet, ohne Synchronisation, ohne Account. Das macht Splid perfekt für Situationen, in denen man schnell und unkompliziert Kosten aufteilen will, etwa bei einem Wochenendtrip oder einem gemeinsamen Abendessen. Wer Online-Sync möchte, kann eine Gruppe optional "online" schalten, aber auch das funktioniert ohne Registrierung.
- Komplett kostenlos UND werbefrei - ein seltenes Modell
- Offline-first: Funktioniert ohne Internet als Kernfeature
- Kein Account nötig - sofort starten ohne Registrierung
- Deutsche Entwicklung mit klarem Datenschutz-Fokus
- Minimalistische Bedienung, intuitive Oberfläche
- Über 150 Währungen unterstützt
- Kein Budget-Tracking: Keine Monatsbudgets, keine Kategorie-Limits
- Keine Statistiken oder Auswertungen über Ausgabenverhalten
- Kein Belegscanner - alle Beträge manuell eingeben
- Keine Kategorien für Ausgaben
- Export nur als In-App-Kauf verfügbar
Splid verfolgt die Philosophie "eine Sache gut machen". Das gelingt hervorragend: Die Kostenaufteilung funktioniert zuverlässig und intuitiv. Wer allerdings über das reine Splitting hinaus seine Finanzen organisieren möchte, stößt schnell an Grenzen. Es gibt keine Möglichkeit, ein monatliches Budget festzulegen oder zu sehen, in welche Kategorien das Geld fließt.
Tricount: Der europäische Reise-Begleiter
Tricount stammt ursprünglich aus Belgien und hat sich mit laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzern als einer der großen Player im europäischen Markt etabliert. Die App wurde 2022 von der niederländischen Neobank bunq übernommen und ist seitdem Teil des bunq-Ökosystems. Tricount richtet sich besonders an Reisegruppen und internationale Teams.
Der größte Unterschied zu Splid: Tricount bietet einen OCR-Belegscanner, mit dem man Quittungen abfotografieren und Beträge automatisch erkennen lassen kann. Außerdem lassen sich Fotos an einzelne Ausgaben anhängen - praktisch für Reisegruppen, die dokumentieren möchten, wofür genau das Geld ausgegeben wurde. Mit 17 verfügbaren Sprachen und einer Web-App ist Tricount besonders international aufgestellt.
- OCR-Belegscanner erkennt Beträge automatisch
- Laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzer weltweit - bewährte Plattform
- Fotos an Ausgaben anhängen für Dokumentation
- Web-App verfügbar: Auch vom Desktop nutzbar
- In 17 Sprachen verfügbar
- Echtzeit-Synchronisation zwischen allen Teilnehmern
- Kein Budget-Tracking: Keine Budgets, keine Sparziele
- Gehört seit 2022 zur niederländischen Neobank bunq
- Ehemaliges Premium-Modell wurde abgeschafft – einige Features (Export, Statistiken) sind weggefallen
- Enthält bunq-eigene Werbung (Cross-Promotion)
- Datenschutz-Fragen nach der bunq-Übernahme: Eine Bank hat nun Zugriff auf detaillierte Ausgabendaten
- Kategorien nur begrenzt anpassbar
Der Elefant im Raum: Seit der bunq-Übernahme gehören die Ausgabendaten von laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzern einer Bank. bunq betont zwar, dass die Daten getrennt bleiben, aber die Situation ist für datenschutzbewusste Nutzer zumindest diskussionswürdig. Zudem hat Tricount sein früheres Premium-Modell komplett eingestellt – einige Features wie Export und detaillierte Statistiken sind damit weggefallen und sollen laut Tricount in einem zukünftigen Update zurückkehren.
GoodShare: Teilen UND Budgetieren in einer App
GoodShare verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz als Splid und Tricount. Statt sich nur auf Ausgabenteilung zu konzentrieren, kombiniert die App zwei Welten: gemeinsames Splitting und persönliches Budget-Tracking. Das macht GoodShare einzigartig in diesem Vergleich.
Praktisch bedeutet das: Eine WG kann nicht nur abrechnen, wer den Einkauf bezahlt hat, sondern auch ein monatliches Budget für Lebensmittel, Haushaltsmittel oder gemeinsame Aktivitäten festlegen. Man sieht auf einen Blick, wie viel vom Monatsbudget noch übrig ist, welche Kategorien bereits ausgereizt sind und wo gespart wurde. Für Paare, die langfristig zusammen wirtschaften, ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber reinen Splitting-Apps.
Der KI-Belegscanner erkennt Beträge automatisch aus Fotos und ordnet sie der richtigen Kategorie zu. Die detaillierten Statistiken zeigen Ausgabentrends über Monate hinweg – inklusive einem Sankey-Geldflussdiagramm, das den kompletten Geldfluss visualisiert. Ideal für alle, die nicht nur wissen wollen "wer schuldet wem", sondern auch "wohin fließt unser Geld". Mehr zum Thema faire Kostenteilung findet ihr in unserem separaten Ratgeber.
- Budget-Tracking + Ausgaben teilen in einer App kombiniert
- Echtzeit-Synchronisation über Firebase
- KI-Belegscanner erkennt Beträge und Kategorien automatisch
- Detaillierte Statistiken und monatliche Auswertungen
- Anpassbare Kategorien mit individuellen Budgets
- Keine Werbung, fairer Freemium-Ansatz
- Deutsche Entwicklung mit Fokus auf Datenschutz
- Account nötig für Online-Bücher (lokale Bücher funktionieren ohne)
- Keine Web-App: Nur als Android-App verfügbar
- Kein "Gruppe per Link beitreten": Einladung über die App nötig
- Nur Android - keine iOS-Version
GoodShare ist die richtige Wahl, wenn Ausgaben teilen nur ein Teil des Puzzles ist. Wer ein gemeinsames Haushaltsbuch führen, Monatsbudgets planen und gleichzeitig Kosten aufteilen möchte, findet hier alles in einer App. Die Einschränkung auf Android ist aktuell der größte Nachteil - sobald ein Gruppenmitglied ein iPhone nutzt, muss man auf eine der Alternativen ausweichen.
Preisvergleich: Was kostet welche App?
Bei den Kosten unterscheiden sich die drei Apps deutlich. Hier die Übersicht:
GoodShare
Freemium
Premium ab 2,50 €/Mo
- Basis kostenlos (Budget + Sync + Teilen)
- Keine Werbung
- 14 Tage Premium gratis testen
Splid
Kostenlos
Werbefrei
- Alle Kernfunktionen gratis
- Keine Werbung
- Export + mehrere Gruppen: Einmalkauf (~4,99 USD)
Tricount
Kostenlos
Premium wurde eingestellt
- Alle Kernfunktionen gratis
- Enthält bunq-Werbung
- Export/Statistiken aktuell nicht verfügbar
Splid ist komplett kostenlos und werbefrei – ein seltenes Modell (die Free-Version ist auf eine Gruppe beschränkt, mehrere Gruppen + Export gibt es als Einmalkauf). GoodShare bietet die Kernfunktionen (Teilen, Budget, Sync) kostenlos und ohne Werbung, erweiterte Features wie unbegrenzte Kategorien oder Export gibt es ab 2,50 Euro pro Monat. Tricount hat sein Premium-Modell eingestellt und ist jetzt komplett kostenlos – allerdings sind dabei einige Features wie Export und Statistiken weggefallen, und es gibt bunq-eigene Werbung innerhalb der App.
Splid, Tricount oder GoodShare? Unsere Empfehlung
Die richtige App hängt von eurem konkreten Anwendungsfall ab. Hier unsere ehrliche Empfehlung für verschiedene Szenarien:
- Einmalige Gruppenreise, möglichst simpel? → Splid. Kein Account, kein Onboarding, sofort loslegen.
- Internationale Reisegruppe mit Belegen und Fotos? → Tricount. OCR-Scanner, Web-App, 17 Sprachen.
- WG mit monatlichem Budget für Lebensmittel und Haushalt? → GoodShare. Budget pro Kategorie + Kostenteilung kombiniert.
- Paare, die Ausgaben UND Budget tracken wollen? → GoodShare. Gemeinsames Haushaltsbuch mit Echtzeit-Sync.
- Maximale Einfachheit ohne Account? → Splid. Nichts ist einfacher einzurichten.
- Web-App nötig, um auch vom Desktop auf Gruppen zuzugreifen? → Tricount oder Splid. Beide bieten Web-Zugang.
Die Kernfrage ist: Braucht ihr nur Ausgabenteilung - oder auch Budget-Planung? Wenn ihr einfach nur abrechnen wollt, wer beim letzten Urlaub was bezahlt hat, sind Splid oder Tricount hervorragend. Wenn ihr aber als WG oder Paar langfristig eure Finanzen im Griff haben wollt, ist GoodShare die einzige App in diesem Vergleich, die beides kombiniert.
Wer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte, findet in unserem Guide zur 50/30/20-Budgetregel praktische Tipps für die Budgetaufteilung.
Häufig gestellte Fragen
Ist Splid wirklich komplett kostenlos?
Ja, Splid ist komplett kostenlos und werbefrei. Die Free-Version ist auf eine Gruppe beschraenkt. Fuer mehrere Gruppen sowie Export-Funktionen (Excel, PDF) gibt es einen Einmalkauf fuer ca. 4,99 USD. Alle Kernfunktionen zum Ausgaben teilen – Gruppen erstellen, Ausgaben eintragen, Salden berechnen – sind dauerhaft gratis.
Kann Tricount auch Budget-Tracking?
Nein, Tricount ist rein für Ausgabenteilung konzipiert. Es gibt keine Funktion für monatliche Budgets, Kategorie-Limits oder Sparübersichten. Wer Budget-Tracking und Ausgabenteilung in einer App kombinieren möchte, sollte zu einer App wie GoodShare greifen.
Braucht man bei Splid ein Konto?
Nein, Splid funktioniert komplett ohne Registrierung oder Account. Man kann sofort eine Gruppe erstellen und Ausgaben eintragen. Für die Online-Synchronisation zwischen Geräten wird ebenfalls kein Konto benötigt - man teilt einfach einen Link.
Welche App ist am besten für WGs?
Das kommt auf die Anforderungen an. Für reine Kostenteilung ohne Schnickschnack ist Splid ideal: kostenlos, werbefrei, kein Account nötig. Wenn die WG aber neben der Kostenteilung auch ein gemeinsames Monatsbudget planen möchte - etwa für Lebensmittel oder Haushaltsmittel - ist GoodShare die bessere Wahl, da es Budget-Tracking und Ausgabenteilung kombiniert.
Gehört Tricount zu einer Bank?
Ja, Tricount wurde 2022 von der niederländischen Neobank bunq übernommen. Seitdem gehört die App zum bunq-Ökosystem. Das wirft bei einigen Nutzern Fragen zum Datenschutz auf, da eine Bank nun Zugriff auf detaillierte Ausgabendaten hat. bunq betont, dass die Daten getrennt verarbeitet werden.
Bereit für gemeinsames Budgetieren?
GoodShare kombiniert Ausgabenteilung mit Budget-Tracking. Werbefrei, mit Echtzeit-Sync und 14 Tagen Premium gratis zum Testen.
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